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Rund um die Geschichte der Napo
Die Napo
besteht aus ca. 35 Mann und rekrutiert sich aus aktiven und passiven,
bzw.
altershalber aus dem Dienst ausgeschiedenen Feuerwehrmännern der
Feuerwehrabteilung Ellwangen.
Das Altersspektrum liegt zwischen 18 und 86 !! Jahren, worauf wir sehr
stolz sind.
Dieser reine Männerhaufen bringt seit jetzt fast 50 Jahren am Faschingsdienstag
die Stadt Ellwangen durcheinander.
Angefangen hat es damit, dass 1954 erstmals die Ellwanger Bürger,
von der Napo, öffentlich aufgefordert wurden, die Arbeit niederzulegen,
ihre Narrenkittel anzulegen und sich unverzüglich in eines der
vielen renommierten Wirtshäusern zu begeben, um sich unter das
närrische Volk zu mischen.
Der Bürgermeister
wurde abgesetzt, bzw. verhaftet und im „Fidelen Gefängnis“(Wirtshaus)
gefangen gehalten.
Selbstverständlich wurde all seinen Untergebenen frei gegeben,
um den Faschingsdienstag erleben zu können.
Dies führte
in den darauffolgenden Jahren auch dazu, dass die Lehrer und Rektoren
der städtischen Schulen schon morgens abgesetzt wurden und die
Schüler von der Napo den restlichen Tag frei bekamen, um am Faschingstreiben
in der Innenstadt teilnehmen zu können. Leider sind seit vielen
Jahren Ferien zur Faschingszeit angesagt, was diesem schönen Brauch
den Garaus machte.
Heute sieht alles etwas anders aus.
Wir beginnen
am Faschingsdienstag morgens um 7.30 Uhr mit einem Sektfrühstück
in unserem Feuerwehrhaus.
Dazu begrüßen wir alle anderen Ellwanger Faschingsvereine
bei Brezeln und Sekt, stimmen uns auf den Tag mit einer Musikkapelle
ein. Nach Ehrungen und Bekanntmachungen marschieren wir in die Innenstadt,
hissen unser Fahnen und ergreifen dann anschließend die Herrschaft
in Ellwangen.

Nach einem zweiten Frühstück in der Innenstadt ziehen wir
- in drei Gruppen aufgeteilt - los, um 6 bis 8 „Verhaftungen“
durchzuführen.
Dazu benutzen wir umgebaute PKW´s, die nur an Fasching offiziell
zugelassen sind, um eine ausreichende Mobilität zu gewährleisten,
da man oft mehrere Kilometer zurücklegen muß.

Es werden, immer wieder abwechselnd, alle möglichen Chefs von Ämtern,
Banken, Verwaltungen und sonstige „Großkopfede“ verhaftet.
Selbst vor der richtigen Kriminalpolizei und dem Gefängnis machen
wir nicht halt.
Dann folgt einer der Höhepunkte am Faschingsdienstag, der Sturm
auf die Reinhard-Kaserne, der sich in den letzten Jahren zu richtigen
Schlachten mit Kanonen, Wasserbomben, Angriffstaktiken, Hinterhalten,
etc. entwickelt hat.
Nach der Einnahme der Kaserne zieht die ganze Narrenschar mit ihren
Inhaftierten zum Rathaus, um sich dort den Oberbürgermeister zu
greifen, den man schon oft in einem Schrank versteckt im Rathaus aufspüren
musste.
Ihm wird
dann offiziell am Fuchseck - dem Dreh- und Angelpunkt am Faschingsdienstag
- der Haftbefehl verlesen und alle möglichen Taten zur Last gelegt,
die er den Bürgern der Stadt angetan hat, oder auch nicht, Hauptsache
schuldig !?!?

Dies findet um ca. 11.00 Uhr statt.
Zu diesem Zeitpunkt hat sich die Innenstadt schon mit mehreren tausend
Besuchern gefüllt.
An allen
möglichen Ständen der Zünfte, vom Wurststand, über
beheizte Zelte, auf einer Bühne und an der Napo-Bar geht es in
der Fußgängerzone rund.
Um ca.
14.00 Uhr startet der große Faschingsumzug, der mit bis zu 80
teilnehmenden Gruppen aus einem Umkreis von ca. 40 km aufwarten kann
und bei schönem Wetter bis zu 30000 Zuschauer anzieht.

Diesen
Umzug führt aus Tradition die Napo mit Ihren Fahrzeugen an, die
dadurch den Weg „bahnt“, was oftmals bei so vielen Zuschauern
nicht einfach ist.
Nach diesem
Umzug herrscht buntes Treiben in der Innenstadt, mit Musik bis in die
Nacht, bzw. solange jeder kann.
Ab ca 20.00 Uhr füllen sich dann die Kneipen und es wird bis Mitternacht
ausgelassen gefeiert.
Um Mitternacht führt die Napo einen nächtlichen Umzug mit
Fackeln durch die Stadt an, der am Marktplatz auf einem Podest endet.
Dort wird der Fasching mit Trauerreden offiziell zu Grabe getragen.
Außer diesem Haupttag unserer “Organisation“ nehmen
wir an vielen Umzügen in der näheren Umgebung teil, wie bspw.
Unterkochen, Lauchheim, Bühlertann, Waldhausen, Aalen.
Auch unterstützen
wir die anderen Ellwanger Faschingsvereine wo es möglich ist.
So hat
sich mittlerweile seit 15 Jahren (närrisches Jubiläum) unsere
Napoband bei den Prunksitzungen der Ellwanger Virngrundkrähen etabliert,
welche mit live gesungenen Liederlichkeiten das Ellwanger Geschehen
karikiert.
Ein Gassenhauer
ist das Lied „ Schmidstroß“ geworden, das nach jedem
Auftritt obligatorisch als Zugabe gefordert wird.
Ihre erste
aufgenommene CD wird nicht nur an Fasching gern aufgelegt.

Weiterhin
ist erwähnenswert, dass sich unsere Frauen, bzw. Freundinnen anno
1984 als sogenannte „Feuerteufel“ selbst gruppiert haben.
Sie hatten genug davon, zu Hause auf die Wohnung/Kinder/Möbel aufzupassen,
während sich ihre Männer am Fasching vergnügten.
Seither unterstützen sie uns.
Selbst unser Narrensamen (die Kinder) ist, so oft es geht, mit dabei.
Die Feuerteufel:

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